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Angebote > Paarberatung/-therapie
"Jeder von uns hat sein Lebensdrehbuch, das er realisieren möchte. Gut, manchmal trefft ihr einen Menschen, der offensichtlich in euer Drehbuch paßt, und dann heiratet ihr diesen Menschen, und dann kommt der große Moment, wo ihr miteinander festgefahren seid. Dieser Gedanke des Festgefahrenseins ist wohlbekannt. Weniger bekannt ist, daß keine Ehe besser werden oder wieder funktionieren kann, ehe ihr nicht die Art, in der ihr festhängt, genau betrachtet."
(aus Fritz Perls "Grundlagen der Gestalt-Therapie")
Walli Gutmann (siehe Links)
Ich erlebe in meiner Arbeit mit Paaren immer wieder, dass Skriptmuster die Beziehung stören.
In solchen Fällen ist es sinnvoll, dass diese Muster ins Bewusstsein geholt und in Bezug auf die Beziehung bearbeitet werden.
Die Arbeit am eigenen Lebensdrehbuch im Beisein des Partners verbessert das Verständnis für einander und kann somit die Liebe vertiefen.
Protokoll einer Sitzung (Trainingsgruppe) mit Paaren (aus Fritz Perls "Grundlagen der Gestalt-Therapie"):
"Fritz: ...Okay, das nächste Paar. (Ellen und Gordon kommen nach vorne.) Das erste was ihr jetzt hier merkt, etwas sehr Wesentliches in der Gestalttherapie, ist, daß das Nonverbale immer wichtiger ist als das Verbale. Worte lügen und überreden; aber die Haltung, die Stimme, das nonverbale Verhalten ist wahr. Habt ihr es gemerkt? Als erstes: eine geschlossene Haltung. Wie war noch dein Name?
Ellen: Ellen.
Fritz: Ellen. Ihr merkt, Ellen ist ein geschlossenes System. Die Beine sind geschlossen. Sehr schwierig, sich mit einem geschlossenen System zu unterhalten. Willst du mir also einen Gefallen tun?
Ellen: Mmmhhmm.
Fritz: Sieh zu, was passieren würde, wenn du dich öffnetest. Wie fühlt sich das an?
Ellen: Leichter.
Fritz: So, magst du jetzt mit Gordon sprechen und ihm sagen, wie du mit ihm steckengeblieben bist?
Ellen: Ich weiß nicht. Ich habe Gordon lange nicht gesehen.
Fritz: Gordon, magst du Ellen sagen, wie du mit ihr steckengeblieben bist?
Gordon: Ich habe jetzt gar nicht das Gefühl mit ihr steckengeblieben zu sein.
Ellen: Ich hab dich nicht verstanden. Oh, ich dachte, du sagtest steckenbleiben, und ich versuchte es zu verstehen.
Fritz: Steckenbleiben, steckenbleiben. (Gelächter)
Ellen: Ich habe nicht das Gefühl, mit Gordon steckengeblieben zu sein - ich fühle, fühle mich selbst.
Fritz: So, es gibt also keine Klagen in eurer Ehe?
Ellen: Eh, sicher, es gab mal welche.
Fritz: Aber jetzt nicht mehr.
Ellen: Weil, weil wir nicht mehr, nicht mehr zusammen leben.
Fritz: Deswegen hängt ihr nicht mehr fest miteinander. (Gelächter) Habt ihr irgendeine Idee, wieder zusammenzukommen?
Ellen: Ich nicht mehr, glaube ich.
Fritz: Wie ist deine Ansicht, Gordon?
Gordon: Ich habe das Gefühl, irgendwas ist unvollständig. Wir waren nur irgendwie einig, uns zu trennen, aber da sind immer noch die Kinder, an die man denken muß, und es gibt immer noch, ich bin in einer Weise noch engagiert. Und du?
Ellen: Sicher, ich bin auch engagiert, aber das heißt nicht notwendig, daß wir zusammen sein müssen.
Fritz: Was willst du also von ihm? Du sagst, es gibt noch gewisse Dinge, die beredet werden sollten. Wie ist deine Ansicht? Wo stehst du?
Ellen: Es gäbe eine Menge zu bereden, glaube ich. Aber ich sehe nicht, ich erwarte mir nichts besonderes, ob wir nun wieder zusammenkommen oder getrennt bleiben, eh, was auch immer.
Fritz: Es ist alles einerlei. Ich würde das nicht sagen, >aber<! Du hast wahrscheinlich irgendein >aber< irgendwo im Ärmel.
Ellen: (Lacht) Vielleicht hast du eins.
Fritz: Es gibt zwei Killer. Der eine ist das schiefe Grinsen, oder sagen wir, das bösartige Lachen, und der andere ist das Wort >aber<. Das sind die beiden psychologischen Killer. Erst sagst du ja, dann kommt das >aber<. Wumm!
Es gibt eine kleine Geschichte darüber. Eh, die Mutter sagt zu ihrer Tochter: Meinetwegen, er ist häßlich, aber er hat dreißigtausend Dollar. Und die Tochter sagt: Mutter, du hast recht. Er hat dreißigtausend Dollar, aber er ist häßlich. (Gelächter)"
Hier endet das Protokoll und es wird nicht beschrieben, wie es weiter geht. Was jedoch neben der Bedeutung der Körpersprache in der Gestalttherapie hier deutlich wird, ist die Tatsache, dass Ellen sich verschließt und sehr viele "aber" benutzt. An dieser Stelle könnte Ellen das Angebot erhalten, sich im Kontext ihres Lebensdrehbuches mit der Bedeutung des "aber" für ihr Leben und ihre Beziehung auseinander zu setzen. Wenn sie zu dem Ergebnis kommt, dass das "aber" sie behindert, würde ich ihr anbieten, diesbezüglich ihr Skript "umzuschreiben", mit dem Ziel, künftig nach Aussen und nach Innen (ist gut für die Seele) eindeutig und stimmig zu sein.